Corona Covid-19 - Das Aus für Vanlife?

Vor drei Wochen war noch alles Friede, Freude, Eierkuchen.
Lucinas Life war zu Besuch bei ihrer Familie in der Slowakei, ich, Mr.Bag in Tirol. Es wurde von uns beiden fleissig am neuen Toskana-Ebook für Vanlife-Reisende gearbeitet, die Planung zur Veröffentlichung zu Ostern gemacht, neue Reiserouten für dieses Frühjahr und Sommer besprochen. Alles online und über Handy – und nun? Nun ist alles Corona.

Dies ist kein üblicher Artikel. Dieses Mal geht es nicht darum schöne Bilder zu posten.
Auch gilt diesmal nicht: Bilder sagen mehr als 1000 Worte.

Diesmal gilt:
Worte sind zum Lesen da und Worte lösen Gedanken aus, welche wiederum ein Umdenken zur Folge haben. Hoffentlich.
Deshalb kommt dieser Artikel vollkommen ohne Bilder aus. Lediglich ein dramatisches Beitragsbild soll dazu dienen, viele Leser anzulocken, damit viel Umdenken stattfinden kann.


Auch uns hat mittlerweile das Corona-Virus voll getroffen. Zumindest viele Auswirkungen dieser Virus-Pandemie sind teilweise recht verheerend und zugegeben, eine gewisse Unsicherheit macht sich derzeit in uns breit.
Die in den Medien, von Stunde zu Stunde schlimmeren, veröffentlichten Zahlen und Fakten, lösen langsam in uns die Frage aus, ob das, was wir da vor hatten, wirklich richtig bzw wichtig ist. Macht es überhaupt noch einen Sinn?

Eines mal vorweg – Gesundheit geht allem vor.

Gott sei Dank sind wir gesund. Noch.
An dieser Stelle wünschen wir allen Betroffenen gute Genesung und viel Kraft. Kraft die es auch brauchen wird. Auch den denjenigen, die mit den Auswirkungen zu kämpfen haben. Die massiven Einschnitte, die die Maßnahmen der Regierungen in unser alltägliches Leben bringen, sind nicht angenehm. Für uns alle neu, aber trotzdem heißen wir die Vorkehrungen für zwingend notwendig. Auch, wenn massive Einbusen für den Tourismus und somit für viele weitere Wirtschaftsgruppen, die davon leben, zu erwarten sind. Finanziell treffen wird es uns alle, aber was ist schon Geld.

Ein Wunsch wird erfüllt

Dieser Artikel wird auf speziellem Wunsch einer gemeinsamen Freundin geschrieben, die in Italien als Krankenschwester arbeitet. Sozusagen direkt an der Front gegen dieses Virus kämpft. Es soll dies keine Panikmache werden, aber sie hat uns gebeten, vor allem die sozialen Medien dafür zu nutzen. Nutzen um an die Vernunft der Menschen zu appelieren. Diese Corona-Ignoranz, die auf Insta festzustellen ist, ist uns auch überhaupt nicht verständlich.
Da posten alle noch Modefotos, Selbstdarstellungen in Perfektion und dies und das. So, als ob uns diese ganze Krise nichts angeht und sie gar nicht vorhanden wäre. Ich verstehe auch, dass man lieber solche Pics anschaut, denn in den anderen Medien wird nur noch über das berichtet. Aber man darf trotzdem nicht so tun, als ob es uns nichts angeht.
Diese Krise betrifft alle. Alle in Österreich, alle in Europa und alle auf diesem Planeten. Gerade jetzt sollten diese sogenannten "Influencer" ihre Reichweite nutzen, um an die Vernunft der Menschen zu appellieren. Bis jetzt hat sich nur der Fussballer Cristiano Ronaldo wirklich solidarisch gezeigt.

Aufruf einer italienischen Freundin

Unsere Freundin hat uns erzählt, dass leider ganz Italien dieses Virus vollkommen unterschätzt hat. Wir wollen hier nicht berichten, wie es unten bei ihr zu geht. Es ist einfach nur erschreckend. Aber es geht nicht um die Gefährlichkeit des Virus - es geht vielmehr darum, dass zeitgleich viel zu viele Menschen sich anstecken und so diese Flut an Infizierten das ganze Gesundheitssystem zum Kollabieren bringt.
Noch vor zwei Wochen wurden in Italien viele Beachparties gefeiert, Menschen sind noch quer durch die Regionen gereist und nahmen alles noch auf die leichte Schulter.
Und nun?
2 Wochen später 15000 Infizierte und leider über 1200 Tote. Mag sein, dass unter den Toten viele alte Menschen, Menschen mit teils schweren Vorerkrankungen sind, aber ist es nicht unsere Pflicht, gerade diese zu schützen? Ist es nicht unverantwortlich, jede Art von vermeidbarem Risiko nicht zu unternehmen? Muss wirklich erst der Staat einschreiten und uniformierte Polizisten dafür sorgen, dass wir, das Volk, die Anordnungen einhalten?
Bitte, ihr Menschen da draussen, nehmt euch selbst an der Nase und beweisst es allen, dass, wenn schon nicht der Nachbar oder die Nachbarin, zumindest ihr Köpfchen habt. Seid ein Vorbild, nutzt euren „Einfluss“ für jetzt viel wichtigeres, als Urlaubsbildchen und Selbstdarstellungen zu posten. Oder muss erst ein geliebter Mensch von eurem Bekanntenkreis im Krankenhaus liegen, wo dann abgewogen wird, ob noch eine reale Chance besteht? Es gibt definitiv zu wenig Intensivbetten und Beatmungsmaschinen für diese Masse an Betroffenen, nicht nur in Italien, auch bei uns. Darum ist es umso wichtiger, die Ausbreitung zu minimieren. Und das um jeden Preis. Jeder muss seinen Beitrag leisten, jeder muss sich verantwortlich fühlen und jeder muss zurückstecken.
Drum bleibt zu Hause und bringt euer Risiko einer Ansteckung auf ein maximales Minimum.
Verzichtet auf eure Joggingrunde, auf Treffen mit euren Freunden und auf Veranstaltungen – eure und die Gesundheit eurer Liebsten wird es euch danken.
Lasst uns das Virus gemeinsam bekämpfen. Bekämpfen mit einem Gegenvirus. Einem Gegenvirus namens Vernunft.

Was heisst das alles nun für uns?

Mit „uns“ meine ich die immer größer werdende VANLIFE-Gemeinde?
Viele, die den Lebensstil des Vanlife leben, haben mit der Zeit gelernt, ihre Einkünfte übers Internet zu generieren. Somit sind sie ortsungebunden und könnten auch in weniger betroffene Regionen flüchten. Sofern, unsere Reisefreiheit nicht zu sehr begrenzt wird. Doch genau das passiert gerade. Dies ist absolut keine Kritik, aber es wirft Fragen auf. Sogar existenzielle.
Aber nochmals, Sicherheit und Gesundheit gehen vor.

Getrennt und doch so nah

Derzeit sind LucinasLife und Mr.Bag leider getrennt - örtlich getrennt. Gedanklich sind wir uns nahe, ganz nahe. Physisch trennen uns aber doch ganze 900 km - ach wenn es nur die km wären. Mit jedem Tag wird diese Situation schwieriger zu ertragen. Der Kontakt nur auf das Handy beschränkt und der Kopf ständig mit wirren Gedanken konfrontiert. Gedanken, die man gar nicht haben will, einem aber trotzdem durch Medien und Maßnahmen aufgezwungen werden.
Gestern dann, der absolute Supergau – Einreiseverbot für Mr.Bag in die Slowakei. Traurig, aber die Wirklichkeit und vielleicht auch - verständlich- zwingende Notwendigkeit. Es ist besser so, wenn man das slowakische Gesundheitswesen und medizinischen Strukturen so kennt. Viel besser.
Sogar wir in Österreich müssen vorbeugen, um nicht an die Grenzen unseres Systems zu kommen. Jetzt im Angesicht so einer Pandemie, wird einem erst wieder mal klar, welch unbeschwertes Leben man genießen durfte.
Wach gerüttelt von so einem kleinen, verschissenen Virus, names Corona.

Zukunft ungewiss – gelebt wird sowieso im hier und jetzt

Nun sind wir wach, aber registrieren wir was gerade passiert?
Nicht nur jetzt mit uns beiden (wann werden wir uns wieder sehen, umarmen...), sondern auch in weiterer Zukunft.
Wie wird diese aussehen?
Da alle Oststaaten abriegeln und auch Italien als Reiseziel aus dem Spiel genommen wurde – was tun? Vanlife ade?
Ist das der Anfang vom Ende des Reisens für die heurige Sommersaison?
Rentiert es sich überhaupt noch, an unserem Travelblog weiter zu arbeiten?
Bricht nicht gerade der Tourismus und auch die Wirtschaft so ein, dass unser alltägliches Leben zur Gänze verändert werden wird?

Fragen über Fragen und keine Antwort in Sicht.
Ein Gefühl von Unbehagen macht sich derzeit bei uns breit, weil keiner wissen kann, wie lange es dauern wird. Dauern, bis unser Leben wieder normal ist – virusfrei – dekontaminiert.

Corona als Chance?

Wirklich jetzt? Sollte man es positiv sehen?
Ist das Coronavirus vielleicht sogar eine Chance, auch für uns Reiseblogger?
Eine Chance, neue Orte kennen zu lernen. Orte, die keinem Massentourismus unterliegen und nur darauf gewartet haben, jetzt von uns entdeckt zu werden?
Wir lieben sowieso Plätze, die einsam und verlassen sind. Orte in der puren Natur ohne Menschenmengen. Aber ist das eine Lösung?
Das eigene Land zu erkunden und neue einsame Energieplätze zu entdecken? So diese Krise zu überstehen?
Auch bei dieser Lösung gäbe es leider so einige Hürden in Österreich, die einem in den Weg gelegt werden. Das Campieren und Stehen mit dem VAN ist streng reglementiert und eigentlich sowieso nur auf Campingplätze beschränkt. Auch wenn man in einem Van wohnt, man quasi das Zuhause wie eine Schnecke immer mit hat, ist es schwierig.
Denn: wohin platziert man seinen Wohnort? Auf einen Campingplatz, wieder unter vielen Touris? Jetzt in dieser Zeit? Sich erhöhtem Risiko aussetzen, nur weil man nirgends sonst parken darf? Oder sind die Touris dann alle weg? Campingplätze und Unterkünfte geschlossen, sowie in Italien? Gibt’s dann überhaupt noch einen Platz für uns Vanlifer?
Und schon wieder Fragen über Fragen und wieder keine Antwort in Sicht.

Ein lauter Aufschrei

Dieser Artikel ist nicht wirklich ein Artikel. Er gleicht mehr einem Hilfeschrei. Einem verzweifelt lauten Schrei nach einer Lösung.
Mich würde vor allem interessieren, wir ihr diese Corona-Krise handhabt.
Welche Gedanken gehen euch durch den Kopf? Macht ihr euch überhaupt welche?
Abwarten und Teetrinken? Bussiness as usual?
Oder doch agieren und nicht reagieren?
Eine Wohnung nehmen und sich vom aktiven Vanlife-Leben zurückziehen?
Warten bis alles vorbei ist?
Es würde mich sehr freuen, wenn ihr eure Meinung zu diesem doch gravierenden Thema unten in die Kommentare schreibt. Vielleicht können wir uns austauschen, gegenseitig Tipps geben und so dem, zur Scheinwelt mutierten Social-Media, ja doch noch einen nützlichen, tiefgreifenderen Sinn geben.

Vielen Dank für eure Solidarität, vielen Dank auch, dass ihr das gelesen habt.
Vielen Dank für Eure Kommentare und noch mehr Dank für Eure Vernunft.

Alle Liebe
Mr.Bag

bleibkopfchen

 

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